35. An den Stern der Sterne.

In der Schöpfung weitgedehnten Räumen
Wird wohl viel noch Unenthülltes säumen;
Laßt euch nun der Arbeit nicht gereuen,
Euch in Meiner Gnade zu befreien,
Von des Geistes finst'rer Augensperre,
Wie duch Liebe von der Herzensleere;
Denn in Meiner Schöpfung weiten Räumen,
Wohl noch viel verborg'ne Wunder säumen;
In des Geistes Leben liegen Keime! -
Manches künden euch schon hell're Träume. -

Möget ihr das Heer der Sterne zählen,
Euch den Letzten dann zum Freunde wählen?
Höret, nimmer würdet ihr erreichen,
Je das Ziel, und so dem Fuchse gleichen,
Der den Mond im Wasser hat gesehen; -
(Nach der Fabel werd't ihr's wohl verstehen)
Darum lasset dort in weiter Ferne
Schimmern all' die zahllos vielen Sterne;
Habt ihr Mich in euch nur aufgenommen, -
Habt der Sterne Stern ihr schon bekommen.

Könnet alle Sterne ihr bereisen
Nach so mancher Geister eitlen Weisen,
Wenn ihr Ewigkeiten dann verwendet,
Wäre euer Wissen wohl vollendet? -
Nur die Oberfläche würd't ihr sehen,
Doch vom innern Grunde nichts verstehen;
Darum lasset dort in weiter Ferne
Schimmern all' die zahllos vielen Sterne;
Habt ihr Mich in euch nur treu gefunden!
Habt ihr all' die Wunder auch entbunden!! -
+ + +
Ich bei euch - Ich unter euch - Ich in euch.
[PsG.01_035]